Tarife im Gastgewerbe
Im Hotel- und Gaststättengewerbe schließt die Gewerkschaft NGG regionale Tarifverträge mit den Landesverbänden des DEHOGA, in 18 Tarifgebieten. Für die Systemgastronomie gibt es einen eigenen, bundesweit geltenden Tarifvertrag zwischen NGG und der Tarifgemeinschaft der DEHOGA-Landesverbände. Ob einer davon für dich gilt, hängt davon ab, ob dein Arbeitgeber Mitglied im Verband ist.
In Kantinen und Gemeinschaftsverpflegung entscheidet der Betreiber: ein Caterer, eine Klinik, ein Unternehmen oder eine Kommune. Dort gelten teils andere Tarife als im Gastgewerbe. Frag deshalb immer, welcher Tarifvertrag gilt.
Tarife in der Lebensmittelindustrie
Auch für die industrielle Herstellung verhandelt die NGG Tarifverträge, zum Beispiel für die Brotindustrie und die Fleischindustrie. Industriebetriebe arbeiten oft im Schichtsystem. Das verändert dein Einkommen durch Zuschläge und deinen Alltag durch wechselnde Arbeitszeiten.
Frag in Industriebetrieben nach dem Schichtmodell, nach Zuschlägen für Früh-, Spät- und Nachtschicht und danach, wie viele Wochenenden im Monat du arbeitest.
Zuschläge und Arbeitszeit
Für Zuschläge auf tatsächlich geleistete Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit gilt eine Steuerbefreiung nach § 3b EStG: bis 25 Prozent des Grundlohns für Arbeit zwischen 20 und 6 Uhr, bis 50 Prozent an Sonntagen und bis 125 Prozent an gesetzlichen Feiertagen und bis 150 Prozent am 24. Dezember ab 14 Uhr, am 25. und 26. Dezember und am 1. Mai. Die tatsächliche Höhe regelt dein Tarif oder Vertrag. Frag auch nach geteilten Diensten, also Schichten mit langer Pause am Nachmittag, und wie sie bezahlt werden.
Unter allem liegt der gesetzliche Mindestlohn: 13,90 Euro pro Stunde seit dem 1. Januar 2026, 14,60 Euro ab dem 1. Januar 2027.
Kantine, Restaurant oder Industrie
Beim Vergleich hilft ein Blick auf die Arbeitszeiten. Kantinen und Betriebsrestaurants arbeiten oft zu Bürozeiten und haben an Wochenenden geschlossen. Restaurants haben Abend- und Wochenenddienste, dafür kommen Zuschläge und Trinkgeld in Betracht. In der Industrie laufen Linien oft in Schichten, auch nachts. Wer die Arbeitszeiten gegen die Bezahlung abwägt, vergleicht realistischer als mit dem Monatsbetrag allein.
Gehälter auf dieser Seite
Zuschläge, Trinkgeld und Sachleistungen wie Personalessen sind darin nicht enthalten. Nennt eine Anzeige ein Gehalt, gilt diese Angabe.
Was du vergleichen solltest
- Wochenstunden und Anzahl der Dienste pro Woche.
- Feste freie Tage oder wechselnde Dienstpläne.
- Zuschläge für Sonntage, Feiertage und Nachtarbeit.
- Personalessen, Arbeitskleidung und Reinigung der Kleidung.